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Live Stream FC Villarreal - FC Liverpool 28.04.2016 Europa League
Donnerstag, 28. April 2016

FC Villarreal - FC LiverpoolDen positiven Dopingtest beim Liverpooler Spieler Mamadou Sakho wertet Experte Fritz Sörgel so: „Bei Sakho liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine neue Substanz handelt. Der Fall zeigt, dass man sich auch im Fußball im Grenzbereich bewegt und Mittel austestet, die bislang nicht auf der Dopingliste stehen. Man erhofft sich einen leistungssteigernden Effekt, der nicht bestraft wird.“ Sakho soll ein Mittel zur Fettverbrennung genommen haben. Um welche Substanz es sich genau handelt, war zunächst unklar.

Sollte Sakhos Fall als Doping deklariert werden, droht dem französischen Nationalspieler gemäß Welt-Antidopingagentur- Code eine vierjährige Sperre. Der Abwehrspieler hatte im Europa- League-Viertelfinalrückspiel gegen Borussia Dortmund (4:3) das 3:3 erzielt. Die Dortmunder wollen aber nicht juristisch gegen das Aus vorgehen. Der positive Test bei Sakho stammt aus Liverpools Europa-League-Achtelfinalspiel bei Manchester United (1:1). Grundsätzlich sagt Sörgel zum Thema Doping im Fußball: „Im Fußball benötigt man Ausdauer, Schnelligkeit, Sprungkraft und Regenerationsfähigkeit – alles Dinge, die ich mit gezieltem Doping steigern kann. Fußball ist genauso dopingverseucht wie andere Sportarten.“

Live Stream Atletico Madrid - FC Bayern München 27.04.2016 Champions League
Mittwoch, 27. April 2016

Atletico Madrid - FC Bayern MünchenBereits am Sonntag startete Pep Guardiola den Sitzungsmarathon, der die Bayern-Profis bis zum Duell am Mittwoch im Estadio Vicente Calderón begleiten sollte. Zum Auftakt hatte der Trainer ein Video-Studium angesetzt: Ein Best-of von Atlético Madrid. Offensiv- und Defensiv-Verhalten. „Diese Mannschaft kann alles!“, impfte Guardiola den Spielern in der 30-minütigen Besprechung ein, um am Ende seine These zu untermauern: „Atlético ist nicht zufällig im Champions- League-Halbfinale und zudem punktgleich mit Barcelona.“ Für Guardiola werden die Duelle gegen Atlético zur Woche der Wahrheit. Bereits vor zwei Monaten hatte sich der Spanier in einer Ansprache gegenüber der Mannschaft eingestanden: „Hier zählt eh nur das Triple – sonst war es eine schlechte Saison.“ Mit dem berühmten Satz „ Thiago oder nix!“ hatte Guardiola im Sommer 2013 seine Mission in München angetreten.

Um sie erfolgreich zu beenden, gilt jetzt: Triple oder nix! Dabei darf man nicht vergessen: Mit der vierten Meisterschaft in Folge wird Bayern – mit Guardiola – auf jeden Fall Bundesliga-Geschichte schreiben. Als die Frage dazu bei der Pressekonferenz fällt, hebt der Spanier dankbar den Kopf. „Es wäre eine große Ehre. Gut, richtig gut“, sagte der Spanier. Er schien sich für einen kurzen Moment verstanden zu fühlen. Doch dann ging es wieder um das Thema, das seine Miene verfinstern ließ: Atlético Madrid und den angestrebten Sieg in der Champions League. „Die Wertschätzung für die gewonnenen Meisterschaften scheint Pep tatsächlich zu fehlen“, sagt sein Biograf Guillem Balagué („Pep Guardiola“). Der Autor und Filmemacher zählt dabei auf, dass Bayern sechsmal in den vergangenen zehn Jahren diesen Titel geholt habe. „Das ist sozusagen nur jede zweite Meisterschaft. Pep gewann sie jedoch in jedem Jahr“, betont Balagué: „An dieser Konstanz misst er seine Arbeit und nicht an der Champions League, die nicht planbar ist.“ Guardiolas Biograf fügt an: „Pep weiß aber, dass es von der Öffentlichkeit in Deutschland anders gesehen wird. Dort gilt die Meisterschaft für Bayern fast als Selbstverständlichkeit.“

Die Kritik wegen des klanglosen Doppel-Aus in der Königsklasse 2014 gegen Real Madrid (0:1 und 0:4) und 2015 gegen den FC Barcelona (0:3 und 3:2) haben Guardiola empfindlich gemacht. „Das, was Pep hinterlassen wird, ist spektakulär. Da müssen wir nicht nur auf die Ergebnisse schauen“, sagt Mittelfeldchef Xabi Alonso schon im Vorfeld der Partien gegen Atlético und kämpft für den Trainer, der ihn einst vom amtierenden Champions-League-Sieger Real geholt hatte. Guardiola kapselte sich bei Bayern zuletzt immer mehr ab, vertraute nur noch seinem spanischen Kreis im Klub. Dabei hat er sich lange voll auf München eingelassen. Seine luxuriöse Wohnung im Stadtzentrum hat er nicht gemietet, sondern gekauft. An einen Weiterverkauf nach seiner Münchner Zeit denkt Guardiola nicht. In seinem Trainer-Zimmer an der Säbener Straße ließ er einen purpurnen Teppich verlegen, um sich besser einzuleben. Darauf saß er, wenn er spanische Bücher über Deutschland las. Dennoch: An sich herangelassen hat der Katalane niemanden. „Den Privatmenschen Pep Guardiola kennen wir auch nicht wirklich gut“, gibt Thomas Müller offen zu.

Beim Trainer drehe sich einfach alles um Fußball. Die oft über 30 Minuten andauernden Besprechungen hätten die Spieler oft an die Grenzen ihrer Konzentrationsfähigkeit gebracht. Guardiola zerlege das Spiel darin in alle Einzelteile, um dann gemeinsam mit der Mannschaft eine Spielidee zu entwickeln. „Dabei wird es schon eher emotional“, beschreibt Müller: „Aber aus jeder Sitzung gingst du als schlauerer Fußballer heraus.“ Seit Wochen lässt Guardiola die Mannschaft Übungen gegen defensive Systeme einstudieren. Mal gegen Vierer-, aber auch gegen Fünferketten. Bei Atlético könnte Bayern Gegenwehr mit bis zu einer Elferkette drohen. Das Spiel der Spanier ist darauf ausgelegt, die großzügigen Räume hinter der hochstehenden Bayern-Abwehr blitzschnell bei Kontern auszunutzen. Auf diese Problematik, die bereits der FC Barcelona im Viertelfinale zu spüren bekam, hat Guardiola seine Mannschaft eingestellt. „Der Druck ist uns allen anzumerken. Das ist das, mit was man beim FC Bayern leben muss“, sagt Müller. Am bayerischen Selbstbewusstsein ändere das dennoch nichts. Müller: „Unsere Marschroute ist klar. Wir wissen, wie die Bauteile unseres Spiels sind.“ Jetzt gilt’s: Triple oder nix!

Live Stream Manchester City - Real Madrid 26.04.2016 Champions League
Dienstag, 26. April 2016

Manchester City - Real MadridZehn Jahre nach seinem bisher einzigen Semifinale in der Champions League (damals Aus mit Villarreal gegen Arsenal) führte der scheidende Coach Manuel Pellegrini wieder ein Team unter die letzten vier. Für Manchester City ist es eine Premiere, Real Madrid indes steht zum 27. Mal in einem Halbfinale des wichtigsten Europacups (13-mal weiter, 13-mal raus). 2012/13 trafen sich beide Klubs in der Gruppenphase, Real gewann daheim 3:2, in Manchester endete es 1:1. Die Königlichen sind seit acht Spielen gegen englische Klubs unbesiegt, in den letzten drei Matches gelangen Ronaldo und Co. sogar drei Siege.

Nimmt Real Madrid dieser Tage in der Liga Schwung für die Champions League, wie man lange annahm – oder ist es umgekehrt? Oder, wie die Anhänger der Königlichen hoffen, trifft vielleicht sogar beides zu? Nach dem lockeren 5:1 beim neuen Tabellenschlusslicht Getafe, das Real weiter Optionen auf die Meisterschaft eröffnet, freute sich Zinedine Zidane: „Wir sind in beiden Wettbewerben auf einem guten Weg, ich schließe nichts aus.“ Paso doble. Tanz auf zwei Hochzeiten also. In der Tat hat der Trainer sein Starensemble auf der Zielgeraden da, wo er es haben wollte: unter Dampf. Die geglückte Champions-League-Aufholjagd gegen Wolfsburg vergangenen Dienstag hat Spuren hinterlassen: positive.

Gefühlt schwebt man auf Wolke sieben, weil man plötzlich wieder an das große Double glaubt: Liga und Königsklasse. Dabei wollte Getafe mit seinem neuen Trainer Juan Esnaider, dem einstigen Real-Stürmer, eigentlich noch einmal durchstarten. Aber gegen dieses Real, bei dem Sergio Ramos, Luka Modric und Casemiro pausieren durften, war kein Kraut gewachsen. „Unsere Vorbereitung im Januar trägt jetzt Früchte“, ist Zidane zufrieden. Zu Jahresbeginn hatte der Franzose als Nachfolger des geschassten Rafa Benitez ja zunächst vornehmlich Kondition bolzen lassen. Offenbar aber fruchten auch Zidanes psychologische Fähigkeiten.

Denn die bis vor Kurzem noch auf der Bank schmorenden Isco und James trafen, Letzterer gab zudem zwei Assists. Zidane zollte Sonderlob, auch wenn’s nur gegen Getafe war: „Wenn sie spielen, machen sie es prima.“ Dazu trafen Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema, der sich ein wenig den Frust über die Nationalelf- Ausbootung von der Seele schoss, zudem Isco und Bale die Tore auflegte. Zidane: „Karim weiß jetzt, dass er sich voll auf Real konzentrieren kann.“ Für die Gegner, auch in der Champions League, ist das eher kein gutes Zeichen: Benzema steht nun bei 22 Ligatoren, mehr denn je, seit er 2009 für 35 Millionen Euro aus Lyon kam.

Und Cristiano Ronaldo? Traf, natürlich. Wenn auch erst in der Nachspielzeit und nachdem er von seiner Position im passiven Abseits profitierte. Erstmals diese Saison traf „CR7“ nun in vier Ligaspielen in Serie. Er bestätigte, was er zuvor gesagt hatte: „Es macht mir Riesenspaß, mit Zidane zusammenzuarbeiten. Ich mag seine Art, aber auch, wie er sich als Trainer gibt.“ Für Real heißt das: sieben Siege in Serie in der Liga seit dem 0:1 im Derby gegen Atletico und das bei einem Schnitt von 3,9 Toren pro Spiel. Die Euphorie ist fast schon wieder grenzenlos.

Live Stream Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 24.04.2016 Bundesliga
Sonntag, 24. April 2016

Eintracht Frankfurt - FSV MainzFrankfurt: Etwas länger als gewohnt haben die Eintracht-Profis Anfang dieser Woche frei, statt am Dienstagvormittag wird erst um 16 Uhr trainiert. Ursprünglich wollte Trainer Niko Kovac wegen des nächsten Spieltermins am Sonntag (gegen Mainz) bis Mittwoch freigeben, nach der Niederlage in Leverkusen sah er davon ab. Wie schon zuvor beim 0:2 gegen Hoffenheim versäumte es die Eintracht in Leverkusen, in Führung zu gehen. Die unerwartet offensive Grundausrichtung von Kovac zeigte Wirkung: Seit vergangenem Herbst hatten Luc Castaignos und Haris Seferovic nicht mehr gemeinsam in der Startelf gestanden, zu einer besseren Chancenverwertung trug diese Maßnahme aber auch diesmal nicht bei. Fast schon zwangsläufig kam deshalb nach der Partie die Frage auf, warum Marco Fabian erneut keine Startelfchance bekommen hatte, diesmal saß der 26-Jährige sogar 90 Minuten auf der Bank. „Ich hatte drei Mittelfeldspieler auf dem Platz, von denen ich weiß, dass sie defensiv gut stehen“, lautete die Begründung des Trainers, insgesamt seien es aus seiner Sicht genug Offensivkräfte gewesen.

Eine durchaus nachvollziehbare Begründung, die allerdings auch durchblicken lässt, dass Kovac zu wenige Qualitäten bei dem Mexikaner erkennt. Im ersten Spiel orientierte sich Kovac personell an Vorgänger Armin Veh, danach gewährte er der 3,7 Millionen Euro Ablöse teuren Winter-Neuerwerbung nur noch 15 Spielminuten. Für die 2. Liga ist Fabian ohnehin zu teuer. Aber auch im mittlerweile unwahrscheinlichen Fall des Klassenverbleibs wäre wohl für beide Seiten eine Trennung sinnvoll. Neue Wertschätzung genießt Bastian Oczipka, der erstmals unter Kovac als Linksverteidiger randurfte, nachdem zuletzt Constant Djakpa den Vorzug erhalten hatte. Dieser kam zwar im zweiten Durchgang auch noch aufs Feld, war aber dann mit einer offensiveren Aufgabe betraut. Von der Tribüne aus musste übrigens Stefan Reinartz, der dritte Ex-Leverkusener, die erneute Eintracht-Niederlage ansehen: Der 27-Jährige hatte im Training eine Sehnenverletzung erlitten und fällt bis Saisonende aus.

Mainz: Schon bevor in Mainz der Ball rollte, stand Christian Heidel einmal mehr im Fokus des Interesses. Natürlich im Zusammenhang mit seinem künftigen Klub Schalke 04. Dort setzte Sportvorstand Horst Heldt zu deutlicher Kritik an, auch in Richtung seines baldigen Nachfolgers. Der Noch-Manager des FSV fand dazu ebenso klare Worte: „Ich habe mich immer hundertprozentig korrekt verhalten. Ich habe auch nie gesagt, dass ich am 16. Mai auf Schalke anfange, sondern nur, dass am 15. Mai das Kapitel Mainz für mich zu Ende ist. Klar ist: Horst Heldt und ich werden sicher nicht zusammen im Büro sitzen.“ Diese Replik saß. Danach konnte sich Heidel auf den Auftritt seiner aktuellen Elf konzentrieren. Der war zunächst wie zuletzt oft erfreulich. Erstmals seit dem 8. Spieltag schoss Mainz zwei Tore nach Standards.

Doch dann verspielten die 05er überraschend wie fahrlässig einen 2:0-Vorsprung und beendeten so ihre starke Serie mit zuvor acht ungeschlagenen Heimspielen (sechs Siege, zwei Unentschieden). Die Niederlage gegen Köln ist ein unerwarteter Rückschlag, wird das Team von Trainer Martin Schmidt jedoch eher nicht aus der Bahn werfen. Im Kampf um die Europapokalplätze hat der FSV als derzeit Sechster nach wie vor gute Karten. Trotz der jüngsten Ausfälle von Niko Bungert (verdrehtes Knie) und Gaetan Bussmann (Kniereizung) hatte der Schweizer Coach vor der Partie den großen Konkurrenzkampf im Kader gelobt: „Von den 18 Mann, die momentan täglich im Training sind, kann jeder in der Startelf spielen.“ Schmidt musste vor dem Duell mit dem FC eine schwierige Entscheidung treffen: Wen sollte er aus dem formstarken Trio für die offensiven Flügel auf der Bank lassen?

Schließlich hatten Christian Clemens und Pablo De Blasis zum 4:2 gegen Augsburg je einen Doppelpack beigesteuert, Jairo traf zuletzt in Wolfsburg zum 1:1. „Die, die beginnen, müssen alles geben. Und der, der reinkommt, muss besser sein wollen als der, der vorher drin war“, lautet Schmidts Forderung. Es traf De Blasis. Jairo und Clemens begannen. Der Ex-Kölner, so Schmidt, „ist in diesem Jahr ein wichtiger Spieler für uns. Er ist konstant geworden und richtig gut in Schuss“. Insofern ist es nur logisch, dass Mainz 05 ungeachtet der diesmal schwächeren Leistung von Clemens dazu tendiert, die Kaufoption bei der Schalker Leihgabe zu ziehen. Am 30. April verstreicht die Klausel. Heidel wird vor seinem Klubwechsel aufgrund der festgeschriebenen Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro kaum verhandeln müssen. Weder mit sich selbst noch mit „Kollege“ Heldt.

Live Stream Mönchengladbach - TSG Hoffenheim 24.04.2016 Bundesliga

Mönchengladbach - TSG HoffenheimGladbach: Mit ihrer Nicht-Leistung in Hanover hat sich die Mannschaft entschieden. Wenn die Großen in Europas Fußball das Highlight Champions League genießen, sitzen die Borussen-Profis lieber vor dem Fernseher. Spärliche vier Torchancen brachten sie in Ingolstadt (0:1) zustande, lächerliche zwei Möglichkeiten würgten sie in Hannover zusammen – das also war die vielbeschworene „Reaktion“ auf die groteske Auswärtsbilanz, die nun bei zwei mickrigen Pünktchen aus den letzten neun Auftritten steht. Treffender als Max Eberl kann man die Negativentwicklung nicht zum Ausdruck bringen: „Die Leistungen bis vor dem Spiel in Ingolstadt waren so, dass ich gesagt habe: So wirst du den Spieß irgendwann umdrehen und die Punkte holen. Jetzt aber hat sich die Leistung gedreht.“ Es ist unerklärlich, wie die Mannschaft nur wenige Tage, nachdem Hertha BSC 5:0 aus dem Borussia- Park gefegt wurde, in einen derart harm- und hilflosen Fußball verfallen konnte.

Eine Vorstellung ohne Leidenschaft und ohne Plan, die erstmals sogar mit Pfiffen vom eigenen Anhang quittiert wurde. Dass die zweite Champions-League-Teilnahme (wahrscheinlich) leichtfertig hergeschenkt wurde, sorgt für dicke Luft. Immerhin nahmen die Samstagsergebnisse Druck aus dem Kessel: Besonders durch Wolfsburgs Niederlage dürfte die Gefahr, dass auch noch die Europa League verspielt werden könnte, gering sein. Noch ist es zu früh, um die Arbeit von Andre Schubert abschließend zu bewerten. Die Bestandsaufnahme lässt aber durchaus die Frage zu, ob unter dem 44-Jährigen die gewünschte Nachhaltigkeit Einzug hält. Sein Sensationsstart (sechs Ligasiege) muss in die Bilanz einbezogen werden, allerdings kaschiert er (ebenso wie einige Kantersiege), dass die Borussen seit Monaten nicht mehr wie ein Spitzenteam punkten. Gerade einmal 16 Zähler sind es aus 13 Rückrundenspielen – eine negative Bilanz bei fünf Siegen und sieben Niederlagen.

Und das, obwohl Schubert im Jahr 2016 eine eigene Vorbereitung absolvieren konnte, die Dreifachbelastung weggefallen ist und sich die Personallage durch die Rückkehr einiger Langzeitverletzter entspannt hat. Punkte, die bei der Saisonanalyse eine Rolle spielen sollten. Genauso wie Schuberts manchmal wilde Wechsel bei System und Personal oder der andere Trainingsansatz im Vergleich zu Vorgänger Lucien Favre. Tatsache ist, dass die Spieler unter dem Schweizer nicht nur häufiger auf dem Platz standen, sondern die Einheiten auch von höherer Intensität und stärkerer taktischer Schulung geprägt waren. Gleichwohl ist klar, was am Ende wirklich zählt: Erreicht Schubert die Europa League, hat er das gewichtigste Argument auf seiner Seite.

Hoffenheim: Manche Dinge bleiben im Fußball unerklärlich. Die Eigendynamik eines sogenannten Laufs etwa. Dann funktionieren plötzlich sogar Dinge, die gar nicht geübt wurden. „Wir hatten andere Baustellen, die wir zu bearbeiten hatten“, gestand Trainer Julian Nagelsmann. Und dennoch entschied Hoffenheim, bislang eine völlige Fehlbesetzung auf der Bühne der Standardsituationen, mit gleich zwei gelungenen Aktionen nach ruhenden Bällen das Spiel. Zum ersten Mal in dieser Saison. Nur ein weiteres Detail, das die Reihe von Serien und Premieren erweiterte, die die Erfolgsspur der TSG in der Verantwortung des 28-Jährigen markieren. Schon in der Vorwoche hatte Nadiem Amiri als erster Hoffenheimer in dieser Spielzeit ein Distanztor erzielt. Das 1:0 von Fabian Schär gegen Berlin war nicht nur das allererste Tor des Schweizers für die Kraichgauer, sondern auch das erste eines Abwehrspielers in der Ära Nagelsmann.

Die verzeichnete beim 2:1 auch den ersten Treffer nach einem Eckball. Zudem verbuchte dabei Niklas Süle „den ersten Assist meiner Profikarriere“. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Also fanden auch diverse Erfolgsserien ihre Fortsetzung. Fünf Spiele ist die TSG nun ungeschlagen, das hat sie letztmals zum Start der vergangenen Spielzeit geschafft (9 Spiele) geschafft. Auch die Heimserie wurde mit dem vierten Sieg auf fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Nur zweimal war Hoffenheim zu Hause länger ungeschlagen, zuletzt vor fünf Jahren, damals zehn Partien nacheinander. Drei Hoffenheimer Cheftrainer hatten in dieser Saison jeweils zehn Spiele absolviert. Nagelsmanns Ausbeute (20 Punkte) übertrifft die seiner Vorgänger Markus Gisdol (6) und Huub Stevens (8) bei Weitem. Er liegt mit dieser Startbilanz auf Rang zwei aller Hoffenheimer Erstligatrainer und wird nur von Ralf Rangnick (22 Punkte) übertroffen.

Das in der Winterpause noch vermeintlich abgeschlagene Schlusslicht hat sich fünf Ränge nach oben gearbeitet. Und steckt dennoch weiterhin mittendrin im Tabellenkeller, wo sich die Kandidaten immer enger drängen. „Es bleibt unten sehr kuschelig, das ist grundsätzlich nicht so schlecht im Leben, in der Tabelle eher ungünstig“, so formulierte es Nagelsmann, „wir müssen auch in den nächsten Wochen diese Gier zeigen, um die Spiele zu gewinnen.“ Seine Mannschaft ist sich der nach wie vor ernsten Lage bewusst. „Rechnerisch ist der direkte Abstieg ja noch möglich“, weiß nicht nur Siegtorschütze Mark Uth. Aber das Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen. „Solange wir so weitermachen, können die anderen spielen, wie sie wollen“, sagt Kapitän Schwegler.

Live Stream Arminia Bielefeld - Greuther Fürth 24.04.2016 2.Bundesliga

Arminia Bielefeld - Greuther FürthBielefeld: Das Publikum des DSC Arminia wird in dieser Saison nicht gerade mit schönem Fußball verwöhnt. Vor allem nicht von der eigenen Mannschaft. Das 0:1 gegen Kaiserslautern war irgendwie eine Blaupause der vorherigen 14 Begegnungen auf der Alm. In nun 15 Heimspielen hat die Arminia ganze acht Tore geschossen, nur zwei Siege eingefahren und achtmal Unentschieden gespielt. Kein einziges Mal gelang dem DSC dabei eine 1:0-Führung. Trotzdem liegt das Team im Kampf um den Klassenerhalt bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz weiter gut im Rennen. Mit Pfiffen muss sie dennoch leben. „Man kann niemandem verbieten zu pfeifen“, sagt Trainer Norbert Meier. „Das muss einen Spieler sogar anspornen.“ Fabian Klos empfand die Pfiffe gegen Lautern von Teilen der Zuschauer aber als unangebracht. „Wir sind weder Letzter noch in höchster Abstiegsgefahr“, sagte der Kapitän. „Ich wünsche mir, dass das ganze Stadion wie die Fankurve hinter uns steht. Denn wir kämpfen alle bis zum Ende, auch wenn es spielerisch nicht ganz so gut läuft.“ Julian Börner hatte hingegen Verständnis für die Besucher, schaute aber auch gleich nach vorne: „Nächsten Sonntag haben wir wieder einen Matchball, wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen.“

Fürth: Die SpVgg hat Platz sechs fest ins Visier genommen. Beim 3:1 gegen Düsseldorf hat sich Veton Berisha per Doppelpack wieder ein Stück weiter ins Rampenlicht gespielt. Wenn der 22-Jährige in den letzten vier Spielen weiter trifft, wird er Begehrlichkeiten wecken. „Wir können nichts ausschließen“, sagt Manager Ramazan Yildirim. Berisha selbst wagt keine Prognose: „Jetzt habe ich erst mal noch vier Spiele in Fürth. Und mein Vertrag läuft auch noch zwei Jahre.“ Im Fall Sebastian Heidinger will Yildirim Ende April das Gespräch suchen. „Das haben wir so vereinbart.“ In den nächsten zehn Tagen, sagt Yildirim, soll bei den verliehenen Spielern Klarheit herrschen. Mit Stephan Schröck, Stefan Thesker, Alexandros Kartalis und Dwayn Holter müssten vier Akteure zurückkehren. Schlecht stehen die Karten bei Maurice Hirsch. Steigt Hannover aus der 1. Liga ab, wird er nicht zu halten sein. Hoffnung hegt Yildirim bei Nicolai Rapp, falls Hoffenheim drinbleibt, sei eventuell noch ein Jahr in Fürth möglich.

Live Stream SV Sandhausen - FSV Frankfurt 24.04.2016 2.Bundesliga

SV Sandhausen - FSV FrankfurtSandhausen: Nach dem 1:0-Sieg in Leipzig wehrte Jürgen Machmeier Glückwünsche zum Klassenerhalt ab. „Wir haben schon mal den Fehler gemacht, uns in Sicherheit zu wähnen“, mahnte der Präsident des SV Sandhausen. Machmeier fordert, in den letzten vier Spielen gegen Frankfurt und Duisburg sowie in Karlsruhe und Fürth weiter fleißig zu punkten. Denn erstens gibt es nach der miserablen Rückrunde was gutzumachen und zweitens geht es um Fernsehgelder, deren Höhe von der Platzierung abhängig sind. Lob gab es aber auch. Machmeier: „Wir haben endlich wieder die Tugenden gezeigt, die uns stark gemacht haben, nämlich Leidenschaft und Wille.“ Richtig fand der Chef die Entscheidung von Trainer Alois Schwartz, trotz insgesamt neun Ausfällen in der Startelf auf Vize-Kapitän Denis Linsmayer zu verzichten und dem zweitbesten Torschützen Andrew Wooten eine Pause zu verordnen. „Damit hat er ein deutliches Signal gesendet.“ Bestätigt sah sich auch der 49-jährige Coach: „Die Mannschaft war diesmal hellwach – und zwar von der ersten bis zur letzten Minute“, so Schwartz. Mit einem Heimsieg über den FSV Frankfurt könnten die letzten, geringen Zweifel beseitigt und die fünfte Saison in der 2. Liga perfekt gemacht werden.

Frankfurt: Binnen fünf Tagen kann ein neuer Coach wenig ausrichten. Dass ein Trainerwechsel aber komplett verpufft, weder Schwung noch Leidenschaft oder Einsatzbereitschaft mit sich führt – das kommt doch selten vor. In Frankfurt schon: Planloses Ballgeschiebe, haarsträubende Fehlpässe und kaum Torraumszenen hatten über weite Strecken das Spiel gegen Paderborn geprägt. Dabei hatte Neu-Trainer Falko Götz mit seiner Aufstellung fast alles richtig gemacht, in der Abwehr auf Standard-Spezialist Lukas Gugganig gesetzt, mit Denis Epstein als Linksverteidiger mehr Routine gebracht und Besar Halimi wieder als Spielmacher eingesetzt. Falsch war jedoch die Entscheidung, dem seit Wochen enttäuschenden Zsolt Kalmar (Note 6) erneut eine Chance in der Startelf zu gewähren. Der Ungar gewann keinen Zweikampf, wirkte überfordert und sorgte mit seinen Ballverlusten immer wieder für Gefahr. Auch vom unter der Woche oft thematisierten Selbstvertrauen, dem einfachen Spiel, Körpersprache und defensiver Kompaktheit war in den entscheidenden Situationen wenig zu sehen.

Schnelles Umschaltspiel war mit den schwachen Flügelspielern Zsolt Kalmar und Ehsan Haji Safi gar nicht erst möglich, Taiwo Awoniyi wirkte als einzige Sturmspitze überfordert. Umso mehr sorgten die Aussagen von Götz nach dem Spiel für Unverständnis, man könne „der Mannschaft keinen Vorwurf in Sachen Einsatzbereitschaft, läuferisches Vermögen und Kampf“ machen. Und weiter: „Wir waren in allen Belangen besser.“ Verständlich dagegen der Unmut der Fans, die seit einem halben Jahr auf einen Heimsieg warten, und sich nach dem Spiel ein Wortgefecht mit den Spielern lieferten. „Fakt ist, dass wir die Fans brauchen. Wir müssen erst mal wieder Sicherheit gewinnen“, bat Manuel Konrad um Verständnis. Das tat auch Geschäftsführer Clemens Krüger mit Blick auf Götz: „Man muss dem Trainer Zeit lassen.“ Da der FSV bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz diese Zeit aber nicht hat, fügte Krüger an: „Die Mannschaft ist jetzt in der Pflicht.“

Live Stream 1860 München - Eintracht Braunschweig 24.04.2016 2.Bundesliga

1860 München - Eintracht BraunschweigMünchen: Seit dem 6. Oktober ist Benno Möhlmann nun schon Trainer von 1860 München. Beinahe ein halbes Jahr. Sein Auftrag damals wie heute: der Klassenerhalt. Geht es aber nach der jüngsten Bilanz, so schwindet mehr und mehr der Glaube daran. Einen mickrigen Zähler ergatterte das Team aus den letzten fünf Spielen. So punktet ein Absteiger. Doch darf Möhlmann überhaupt noch in den verbleibenden vier „Endspielen“ versuchen, das Team zu retten? Es ist durchaus möglich, dass der Verein für die letzten Partien nochmals einen finalen Impuls auf der Trainerbank setzt. Die Zweifel intern steigen, ob Möhlmann trotz seiner akkuraten und sympathischen Arbeitsweise für den Schlussspurt noch der richtige Mann ist.

Möhlmann selbst zeigt erste Abnutzungserscheinungen. „Ich denke, dass man dann etwas Neues probieren sollte. Das wäre sinnvoll“, sagt der Löwen-Coach. Die Gründe liegen für Möhlmann, der noch nie aus der 2. Liga abstieg, auf der Hand. „Bei einem Abstieg hätte ich durchaus eine Mitverantwortung. Da kann ich mich nicht rausreden. Ich hätte dann meine Aufgabe einfach nicht erfüllt, würde mich als Absteiger fühlen“, sagt Möhlmann. Ehrliche Aussagen, die allerdings dazu beitragen werden, dass im Verein die Zweifel an dem Löwen- Coach eher wachsen. Über den umstrittenen Ausgleich von Thomas Bröker in Duisburg wollte Möhlmann nicht mehr viel reden: „Natürlich ist das Tor ärgerlich, aber da müssen wir uns im Abwehrverhalten insgesamt auch besser anstellen“, kritisiert er mehr sein Team als den Schiedsrichter.

Kluge Worte, denn trotz allen erregten Protestes direkt nach der Partie: Die TV-Bilder legen die Vermutung nahe, dass der Ball eher hinter der Linie war. Auch deshalb entschied sich der Verein, keinen Einpruch gegen die Spielwertung einzulegen. Dennoch wird am Montag ein Schriftsatz Richtung Frankfurt gehen. Darin äußert der Klub sein Unverständnis darüber, dass die DFL den unerfahrenen Thorben Siewer (sechs Zweitligaspiele) mit der Leitung des brisanten Duells beauftragte und dazu einen Linienrichter einsetzte, der nur 50 Kilometer entfernt von Duisburg beheimatet ist; eben jener, der auf Tor entschied. Doch maßgeblich ist bei den Ansetzungen nicht, wie weit die Wohnorte der Referees von den Städten der beteiligten Vereine liegen, sondern die Verbandszugehörigkeit.

Braunschweig: Torsten Lieberknecht spricht von einer Situation, die er so in dieser Saison bei Eintracht Braunschweig noch nicht erlebt habe. Vor dem Spiel gegen Spitzenreiter SC Freiburg war die Anzahl der Feldspieler, die am Training teilnahmen übersichtlich. Gerade einmal 16 Profis tummelten sich auf dem Übungsplatz. Für den Eintracht-Trainer ist vor allem die Zusammenstellung der Defensive eine große Herausforderung, fehlen doch mit Marcel Correia, Joseph Baffo und Phil Ofosu-Ayeh drei Stammkräfte. Deshalb dürfte Lieberknecht zufrieden festgestellt haben, dass sich Maximilian Sauer nach einem Bänderriss im Sprunggelenk wieder zurückgemeldet hat. Der 21-Jährige könnte als rechter Verteidiger gegen den Tabellenführer auflaufen. Fraglich bleibt indes bis unmittelbar vor dem Anpfiff, ob Mirko Boland einsatzfähig sein wird. Der Mittelfeldmann plagt sich mit Beschwerden im Bereich des Hüftbeugers und trainierte individuell.

Es werde eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die „so zum ersten Mal zusammenspielt“, betont Lieberknecht. „Das Spiel gegen Freiburg ist für uns eine große Herausforderung“, sagt Adam Matuschyk. Vom Sommer-Neuzugang erwartet Lieberknecht auch angesichts der angespannten Personallage, dass er mehr Verantwortung übernimmt. „Adam muss sich mit seiner Erfahrung weiter in den Vordergrund stellen“, formuliert der Trainer seine Forderung an den 21-fachen polnischen Nationalspieler. „Ich habe diese Ansprüche an mich und hoffe noch besser zu spielen“, erklärt Matuschyk, der seine bisherige Saisonleistung als „eher durchschnittlich“ bewertet. Zuletzt ließ er, nicht allein wegen seines von Julius Reinhardt ins Tor abgefälschten Schusses beim 2:2 in Heidenheim, aufsteigende Form erkennen. Das dürfte Lieberknechts Sorgen ein klein wenig zerstreuen.

Live Stream FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 23.04.2016 Bundesliga
Samstag, 23. April 2016

FC Schalke 04 - Bayer LeverkusenSchalke: Inzwischen reagiert André Breitenreiter bisweilen barsch, wenn er auf sein mögliches vorzeitiges Ende auf Schalke angesprochen wird. Kurz vor dem Anpfiff des Spiels beim FC Bayern drohte er sogar mit dem Abbruch eines Live- TV-Interviews. Die einen finden das dünnhäutig, andere halten es für verständlich. Denn man darf nicht vergessen, dass die Schalke- Bosse, allen voran Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, Breitenreiter bei dessen Verpflichtung ausdrücklich Zeit zur Entwicklung der Mannschaft versprochen haben. Darauf weist der 42-Jährige in diesen für ihn stürmischen Zeiten gerne hin. Die Frage, welches Spiel Schalke eigentlich spielt, lässt sich in dem Zusammenhang auch auf die sportliche Leistung übertragen – für den von Breitenreiter einst angekündigten begeisternden Offensivfußball stehen die Knappen jedenfalls noch immer nicht.

Dass zu wenig Fortschritt auf dem Platz erkennbar ist, macht dem Trainer in der Debatte um Markus Weinzierl das Leben zusätzlich schwer. Nun könnte man Schalke zugute halten, dass es naiv gewesen wäre, gegen Bayern die Attacke-Marschroute auszurufen. Doch auch diese Partie hat aufgezeigt, woran es hakt – an Offensivkraft. Johannes Geis kann das Spiel nach vorne mit herausragenden Diagonalpässen prägen, gegen Bayern blieb er diesen Nachweis schuldig. Sein Sechser-Partner Pierre-Emile Höjbjerg war da schon präsenter, scheiterte bei seinen Vorstößen zuweilen aber an zu geringer Schnelligkeit. Eric Maxim Choupo- Moting verspürte anscheinend nicht die größte Sprint-Lust, Klaas Jan Huntelaar war als Sturmspitze abgekoppelt vom Schalke-Express, der allenfalls Fahrt aufzunehmen versprach, wenn Leroy Sané an den Ball gelangte.

Aber das ist einfach viel zu wenig und deutet nicht auf einen ausgeklügelten Plan hin. Dennoch unterstreichen Spieler immer wieder die positive Entwicklung der vergangenen Monate. Nicht nur Breitenreiters wohl größter Fürsprecher Ralf Fährmann hebt regelmäßig die fruchtbare Zusammenarbeit hervor. Nach dem 0:3 in München legte neben dem Torwart auch Sascha Riether seine Sicht der Dinge dar. „Wir verstehen uns in der Kabine alle sehr gut“, sagte der 33-Jährige – das war in der Vorsaison noch anders, als es untereinander Gräben gab. „Wir haben so viele junge Spieler, dass Schwankungen im Spiel ganz normal sind“, betonte Riether. „Es ist schade, dass hier immer Störfeuer kommen. Es wäre schön, wenn man einfach mal in Ruhe arbeiten könnte.“

Leverkusen: Und plötzlich steht man da, wo man eigentlich hingehört, aber fürchten musste, in dieser Saison nicht mehr hinzukommen. Angesichts der verblüffenden Inkonstanz aller Konkurrenten um die internationalen Plätze hinter Bayern München und Borussia Dortmund soll nicht vergessen werden: Platz drei ist quasi manifestiert für Bayer Leverkusen in den vergangenen Jahren. In 234 Bundesligaspielen seit der Saison 2009/10 sammelte die Werkself 419 Punkte, das sind 1,79 Zähler pro Spiel, aktuell stehen 1,70 Punkte zu Buche, und wie in der Langzeit-Tabelle stehen damit auch diesmal nur die beiden Großklubs vor Bayer. Diese Platzierung muss also logischerweise das originäre Ziel für diesen Verein sein. Weil die Tabelle ja bekanntlich nie lügt, befindet sich Bayer aktuell auf dem Weg zurück zu alten Zielen – nicht mehr, nicht weniger.

Die überaus positive Entwicklung der vergangenen Wochen macht dies möglich. Es ist eine Entwicklung, die auch zum Nachdenken anregen sollte. Ist es naiv zu fragen, wo diese Mannschaft stehen könnte, wenn sie von Beginn der Saison an den Fußball gespielt hätte, den sie aktuell so erfolgreich spielt? Ohne Dogma, auf Sicherung bedacht, geschickt wechselnd zwischen Attacke und Abwarten, mit situativem hohem Gegenpressing, den Gegner aber auch mal locken, um ihn dann gnadenlos auszukontern. Das ist der Fußball, den dieser Kader hergibt, exakt hier liegen die Qualitäten, sogar – das zeigten die vergangenen Spiele – weitgehend unabhängig vom Personal. Bisher verborgene Schätze wie Vladlen Yurchenko zeigen Woche für Woche brauchbare Leistungen und entpuppen sich als Alternativen. Spieler aus dem eigenen Nachwuchs (Benjamin Henrichs, Marlon Frey) stehen ihren Mann auf ungewohnten Positionen. Warum also nicht früher und häufiger rotieren und damit die Belastungen für einzelne Top-Spieler reduzieren? Dieser Kader präsentiert sich wie gemalt für eine starke und konstante Saison.

Allerdings ist Stand heute unklar, mit welchem Personal die nächste Spielzeit angegangen wird. Die Ausstiegsklauseln in den Verträgen von Karim Bellarabi (25 Millionen Euro), Bernd Leno (18 Millionen) und Lars Bender (25 Millionen) laufen am 30. April aus, früh genug, um noch sinnvoll reagieren zu können. Grundsätzliche Einigkeit mit Torhüter Ron- Robert Zieler (Hannover 96) für den Fall des Leno-Abgangs (nach Liverpool?) soll bereits hergestellt sein. Topklubs sind heiß auf Wendell (Vertrag bis 2019, ohne Klausel) und Toprak (2018, ohne Klausel), niemand weiß, wie Chicharito (2018, ohne Klausel) denkt, Christoph Kramer (bis 2019, ohne Klausel) wirkt nicht rundum glücklich. Aber: Alle diese Spieler bringen viel Geld, das Scouting läuft auf Hochtouren, in Europa und Südamerika, für alle Mannschaftsteile. Zu einem Bundesliga-Dritten kommen viele Spieler gerne.

Live Stream FC Ingolstadt - Hannover 96 23.04.2016 Bundesliga

FC Ingolstadt - Hannover 96Ingolstadt: Das Dutzend ist voll. Zum zwölften Mal in Folge hat der FC Ingolstadt am Samstag auswärts nicht gewonnen; nach dem 0:2 in Darmstadt warten die Oberbayern nun seit sieben Monaten, seit dem 1:0 in Bremen am fünften Spieltag, auf einen Sieg in einem fremden Stadion. Weil der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 noch immer acht Punkte beträgt, gibt sich Ralph Hasenhüttl gelassen. „Wir machen zu Hause so viele Punkte“, witzelt der Trainer, „da brauchen wir auswärts keine.“ Die vordergründige Erklärung für die Niederlage beim Mitaufsteiger, an deren Berechtigung es trotz des doppelten Abseitstores zum 1:0 nichts zu rütteln gab, fiel den Ingolstädtern nicht schwer. „Ein paar Prozent auf dem Platz haben gefehlt“, analysierte Moritz Hartmann, und Hasenhüttl meinte: „Darmstadt hat einen Tick mehr investiert.“

An der Frage nach dem Warum aber, warum der FCI seine großen Tugenden wie Aggressivität in den Zweikämpfen und bedingungslose Lauf- und Kampfbereitschaft am Samstag nicht zur Geltung brachte, schieden sich die Geister: „Wir haben im Kopf, dass wir gerettet sind“, so Hartmann, und der Trainer ergänzte: „Wir haben nach den letzten Siegen eine gewisse Lockerheit entwickelt, aber in Darmstadt musst du andere Tugenden an den Tag legen, um etwas mitzunehmen.“ Doch könnte die Ursache nicht auch wesentlich tiefer liegen? Haben sich auch die Diskussionen um Hasenhüttls Zukunft, die die vergangene Woche in Ingolstadt beherrschten, hat sich also die Angst vor dem Absprung des auch in der Mannschaft überaus beliebten Fußballlehrers ausgewirkt? Ramazan Özcan spricht Klartext. „Es war auf jeden Fall Thema bei uns in der Kabine“, bekennt der Torhüter. „Wenn etwas solche Diskussionen mit sich bringt, wird das natürlich in der Kabine besprochen.“ Angst, dass eine traumhafte Zeit in vier Wochen zu Ende geht? „Ich will gar nicht so weit denken, weil er ja noch unser Trainer ist, und ich habe keine gegenteiligen Informationen.“

Diese aber könnten Özcan und die anderen FCI-Profis nun bald erhalten. Es sei seine Pflicht, so Hasenhüttl im Sport-1-Doppelpass am Sonntag, „zeitnah“ eine Entscheidung zu fällen: Will er dem Lockruf aus Leipzig folgen und Ingolstadt schon ein Jahr vor Vertragsende verlassen? Oder bleibt er noch mindestens bis 2017 dort, wo, wie er selbst sagt, „etwas Einzigartiges zusammengewachsen“ sei? Für erste kleine Risse im bislang so harmonischen Verhältnis zwischen Hasenhüttl und der Vereinsführung sorgte übrigens der Trainer mit seiner in der Pressekonferenz am Donnerstag aufgestellten Behauptung, er habe den FCI seit sechs Wochen über jeden seiner Schritte informiert. Von seinem vorösterlichen Treffen mit Ralf Rangnick wussten die Ingolstädter noch vor einer Woche nichts ... Das Angebot, den in einem Jahr auslaufenden Vertrag bei klar verbesserten Konditionen vorzeitig zu verlängern, jedoch steht; seit einer Woche hat Hasenhüttl den neuen Entwurf vorliegen. „Die Hoffnung, dass Ralph bleibt“, sagt Sportdirektor Thomas Linke, „habe ich noch nicht aufgegeben.“

Hannover: Die Stimmung an diesem Freitagabend fasste Ron-Robert Zieler kurz, knapp und treffend zusammen. „Es tut einfach mal wieder gut für die Seele“, so Hannovers Keeper. Doch bei aller Freude und Gelöstheit schmerzte der Triumph über Gladbach auch, denn am Abstieg wird sich für 96 dadurch kaum etwas ändern. Zieler: „In der Tat ist es womöglich zu spät. Wir können die Zeit leider nicht mehr zurückdrehen.“ Warum lief’s nicht immer (oder zumindest schon viel früher) so? Die quälende Frage beschäftigt den Tabellenletzten und mündet bei vielen, die die Entwicklung der Mannschaft im April, ihre jugendliche Unbekümmertheit und die Emotionen, die sie im Umfeld auslöst, sehen, in die nächste, auf den künftigen Trainer bezogene Frage: Warum nicht weiter so? Daniel Stendel befeuert diese Debatte. Er vertraut seinen ehemaligen Jugendspielern wie Waldemar Anton und Noah-Joel Sarenren-Bazee, gibt zudem von seinem Vorgänger verschmähten Akteuren wie Artur Sobiech, Manuel Schmiedebach und nun Miiko Albornoz neues Selbstvertrauen.

Und der Interimscoach legt mit Worten nach. „Wir wollten das Stadion mitnehmen, so ist es am Ende auch gekommen“, spannt Stendel den Bogen zu den Fans und räumt mit Blick auf seine Person offen und ehrlich ein: „Ich kann nur sagen, es macht immer noch Bock, das will ich nicht leugnen. Nächste Woche gibt es die nächste Chance, unseren Weg weiterzugehen.“ Wie es nächste Saison weitergeht, muss unterdessen Martin Bader regeln. Auch ihm könnte Stendels Sieg wehtun, muss er doch vielleicht eine Wende vollziehen und dem öffentlichen Trend, den Interimscoach als Cheftrainer zu behalten, folgen. „Seit zehn bis 14 Tagen führe ich mit Hochdruck die Gespräche“, so Hannovers Geschäftsführer Sport über die Kontakte mit möglichen Trainerkandidaten. Zu den Chancen Stendels über die Saison hinaus hatte er bei dessen Amtsantritt klar formuliert, „dass Daniel seine erfolgreiche Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum fortsetzt“.

Inzwischen sagt Bader zu dem 42-Jährigen als Dauerlösung: „Solange kein Trainer für die neue Saison feststeht, ist alles möglich.“ Auf einer Linie liegt er dabei mit Martin Kind. „Wir schauen uns die weitere Entwicklung an, es sind alle Optionen offen“, so der Klubboss nach den jüngsten Eindrücken. Konkreter wird auch Bader nicht, nur so viel: „Schon bald, möglichst vor Saisonende“ soll eine Entscheidung fallen. „Wir sprechen mit vielen interessanten Spielern. Sie wollen irgendwann wissen, wer künftig Trainer wird.“ Letzteres hatte während der Diskussion um die Zukunft von Thomas Schaaf noch eine untergeordnete Rolle gespielt.

Live Stream Hertha BSC - FC Bayern München 23.04.2016 Bundesliga

Hertha BSC - FC Bayern MünchenHertha: Am Sonntag durften die Profis von Hertha BSC noch mal durchschnaufen. Trainer Pal Dardai gewährte seinen Spielern einen freien Tag. Von diesem Montag an beginnt eine wegweisende Woche mit dem Pokal-Halbfinale gegen Dortmund und dem Liga-Hit gegen die Bayern. Die Niederlage in Hoffenheim soll nach Ansicht von Dardai bei seinen Spielern vor allem eines bewirken. „Für uns ist das ein Riesen- Weckruf“, sagt der Hertha-Coach. Der 40-Jährige meint damit vor allem das Zustandekommen der Pleite von Sinsheim. „In der ersten Halbzeit war alles so, wie wir das geplant haben“, stellt Dardai fest. Sein Team habe „fast alles unter Kontrolle“ und nach dem 1:0 noch Möglichkeiten zu einem zweiten Treffer gehabt.

Und selbst im zweiten Durchgang, als Hertha die Gastgeber nicht mehr so gut kontrollieren konnte, „war vielleicht trotzdem ein Unentschieden drin“, so der Trainer, um dann anzufügen: „Aber wenn man zwei Standardtore kassiert, dann hat man nichts verdient.“ 14 Gegentreffer nach Standardsituationen haben die Berliner im bisherigen Saisonverlauf kassiert. Das ist ein mittlerer Wert. Neun Teams haben weniger Tore nach ruhenden Bällen bekommen, acht mehr. Aber gerade mit Blick auf die kommenden Aufgaben müsse sein Team das abstellen, fordert Dardai. Gegen Dortmund „müssen wir aufpassen, dass wir kein Standardtor kassieren. Denn dann können wir gleich wieder reingehen, dann brauchen wir nicht weiterspielen.“ In der Liga haben die beiden Aussetzer bei ruhenden Bällen das Überraschungsteam den dritten Tabellenplatz gekostet. Michael Preetz ficht das nicht an. „Es gibt keinen Grund zur Unruhe“, betont der Hertha-Manager.

Zwar hat Hertha im Vergleich zur Hinrunde (23 Punkte nach 13 Spieltagen) in der zweiten Halbserie sechs Zähler weniger verbucht. Aber die Berliner sind „beileibe nicht die einzigen“ (Preetz) im Rennen um die Plätze hinter Bayern und Dortmund, die sich derzeit schwer tun. Mit 49 Punkten ist Hertha als Vierter gemessen an der Historie leicht unter Schnitt. Seit Einführung der Drei-Punkte- Wertung 1995/96 hatte der Tabellenvierte nach dem 30. Spieltag im Durchschnitt 51,3 Zähler. Dardai weist seit Wochen darauf hin, dass sein Team auch deshalb um die internationalen Plätze spiele, weil die finanziell potentere Konkurrenz hinter den Erwartungen geblieben ist. „Das ist nicht meine Schuld.“ Kleinreden will man sich das bisher Erreichte bei Hertha nicht. „Wir sind weiterhin eine gute Mannschaft“, sagt Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, „wir spielen bisher eine sehr gute Saison. Wenn man die Tabelle anschaut, sind wir oben immer noch dick dabei.“

Bayern: Die ziemlich distanzierte Konkurrenz auf Platz 2 hat Philipp Lahm noch immer im Blick. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich freue mich, wenn Dortmund gewinnt“, sagt der Kapitän des FC Bayern. Punktverluste des Zweiten sind ihm durchaus willkommen. Am Sonntag steigerten die Borussen Lahms Wohlbefinden nicht, sie gewannen 3:0 gegen Hamburg und sind damit weiterhin mit sieben Zählern hinter München notiert. Vier Spieltage vor Saisonende nimmt sich dieser Vorsprung des erst zweimal besiegten Rekordmeisters freilich gewaltig aus. Also gehörte nicht allzu viel Mut dazu, optimistische, dennoch realistische Äußerungen zur Gesamtlage zu machen. Während der über seinen 90 Minuten währenden Arbeitseinsatz erfreute Mario Götze von einem „definitiv wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft“ sprach, steigerte Lahm diese Wertung und befand: „Es war ein richtig großer Schritt.“

Torwart Manuel Neuer sieht die Schale „zum Greifen nahe“. Noch zwei Siege, und dann ist erreicht, was Sportvorstand Matthias Sammer immer wieder als „magisch“ und Trainer Pep Guardiola als „historisch“ rühmt: die vierte Meisterschaft hintereinander, die noch keiner deutschen Mannschaft zuvor gelang. Nach dem vor der Pause zähen, hinterher souveränen 3:0-Sieg gegen komplett unterlegene Schalker ist die FCB-Delegation 2015/16 kurz vor dem Ziel angelangt. „In der ersten Halbzeit tun wir uns oft extrem schwer, weil der Gegner dann noch frischer ist und sehr motiviert verteidigt“, erklärte Götze. In solchen Fällen sei die defensive Stabilität die Grundlage, weil sich irgendwann die spielerische Überlegenheit durchsetzen wird – oder die individuelle Klasse dieser versammelten Einzelkönner. Dieses Mal knackte Robert Lewandowski mit zwei feinen Treffern den Widerstand.

Damit antwortete dieser Ausnahme- Mittelstürmer spektakulär auf seine Nichtnominierung in Lissabon, er reagierte genauso professionell, wie es mittlerweile Arturo Vidal tut. „Die Bundesliga ist unser erstes Ziel“, sagte der Mittelfeld-Anarchist aus Chile. Aber bei der Meisterschaft, wie historisch sie auch angepriesen wird, handelt sich nur um einen Trostpreis, weil halt ewig das Triple ruft. „Das wollen wir“, sagt Vidal, „das ist unser Ziel.“ Schon am Dienstag, gegen Bremen, ist das Pokalhalbfinale abzuwickeln. „Jeder sieht uns als Favoriten“, sagt Lahm, „ich mache mir keine Sorgen, wir sind gut drauf.“ Meist reicht schon eine gute Halbzeit oder weniger. Das FCB-Glück erhöht, dass Jerome Boateng und Arjen Robben vor der Rückkehr ins Teamtraining stehen.

Live Stream FC Köln - SV Darmstadt 23.04.2016 Bundesliga

FC Köln - SV DarmstadtKöln: Was für ein Befreiungsschlag für den FC! Nach einem 0:2-Rückstand drehten die Kölner die Partie in Mainz und vollzogen damit einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt. Torjäger Anthony Modeste machte mit seinem zwölften Saisontreffer nach 547 Minuten ohne eigenen Torerfolg die nicht mehr für möglich gehaltene Kölner Aufholjagd perfekt. Durch den eminent wichtigen Dreier hat der FC den Vorsprung auf den Relegationsplatz bei sechs Zählern gehalten. Vor der Partie war der Abstand auf Rang 16 auf nur noch drei Zähler geschmolzen. Näher an der Abstiegszone war der FC unter Peter Stöger letztmals am 23. Spieltag der Saison 2014/15 gestanden, als der Vorsprung auf Rang 16 zwei Punkte betrug. „Das Tableau ist enger zusammengerückt“, hatte Manager Jörg Schmadtke vor der Partie nüchtern festgestellt angesichts der Siege der Konkurrenz. Und in Mainz wirkte es so, dass der FC von der neuen Situation beeindruckt war.

Köln spielte bis zur Pause unentschlossen, ohne Überzeugung und äußerst fahrig. Doch die Antwort nach der Halbzeit war beeindruckend. Zu dieser trug auch Sorgenkind Milos Jojic einen entscheidenden Anteil bei, erzielte der eingewechselte Serbe doch den Ausgleichstreffer. Der hart erkämpfte Sieg lässt den Abstieg in die 2. Liga in weite Ferne rücken. Schmadtke sieht die Latte zwar seit diesem Wochenende womöglich höhergelegt: „Wenn man ganz seriös gesichert sein will, benötigt man 40 Punkte“, rechnet der Manager, fügt allerdings an: „aber wahrscheinlich werden 37 schon reichen.“ In den nun anstehenden direkten Duellen mit Darmstadt, Augsburg und Bremen kann der FC auch die letzten Zweifel wegwischen. Je früher dies geschieht, desto besser für den FC und Schmadtke. Könnte der Manager dann doch die Personalplanungen konkret vorantreiben.

Zumindest auf der Abgangsseite ist nach Medien-Informationen bei zwei Akteuren die Entscheidung aber schon gefallen: Dusan Svento (30), dessen Vertrag ausläuft und dessen Einsatzoption nicht mehr greifen kann, spielt aktuell in den Planungen für die nächste Spielzeit ebenso wenig eine Rolle wie Philipp Hosiner (26). Während Svento mit sieben Saisoneinsätzen unter den Feldspielern der Profi mit den wenigsten Spielen ist, bekam Hosiner deutlich öfter seine Chance – ohne sie zu nutzen. Die Leihgabe von Stade Rennes konnte – nicht nur wegen nur einem Treffer in 15 Einsätzen – nicht überzeugen. Offiziell lässt sich der FC bei dem Duo noch ein Hintertürchen offen, doch selbst wenn Hosiner im Endspurt seinen Torriecher endlich wiederentdecken sollte, stünde der Österreicher vor dem Abschied.

Darmstadt: Schon jetzt spielt Darmstadt 98 die erfolgreichste Saison der 117-jährigen Vereinsgeschichte. Mit 35 Zählern haben sie die beiden bisherigen Erstliga-Abenteuer längst in den Schatten gestellt. Umgerechnet auf die Drei-Punkte-Wertung stiegen die 1978/79 als „Feierabendprofis“ bundesweit bekannt gewordenen Lilien mit 28 Punkten direkt wieder ab, 1981/82 sammelte der Underdog sogar nur 26 Zähler. Diesmal ist alles anders. Die Fußstapfen, die Darmstadt in der Beletage hinterlässt, sind größer, und wohl auch nachhaltiger. Trotz des ligaweit geringsten Lizenzspieleretats in Höhe von etwa 15 Millionen Euro stehen die Südhessen nach zwei überraschenden Aufstiegen vor der nächsten Sensation. Nach zwei Siegen in Folge und nunmehr sechs Partien ohne Niederlage befinden sich die Lilien auf der Zielgeraden zum Klassenerhalt. „Ich glaube, dass der Abstiegskampf per Zielfoto entschieden wird“, erklärte Präsident Rüdiger Fritsch am 24. März im Interview.

Es sieht zwar noch immer so aus, als würde diese Prognose eintreffen, Darmstadt allerdings könnte die Ziellinie früher als erwartet überqueren. Gut möglich, dass bereits vor dem letzten Heimspiel gegen Gladbach die große Nichtabstiegssause geplant werden kann und schon am 33. Spieltag in Berlin oder eine Woche zuvor gegen Frankfurt die ersten Sekt- und Kronkorken durch die Luft fliegen. „Ich habe keinen Bock, gegen Gladbach mit zittrigen Füßen auf dem Platz zu stehen. Wir haben es in der eigenen Hand, es vorher klar zu machen. Dafür müssen wir weiterhin kontinuierlich punkten“, sagt Peter Niemeyer. Der Mittelfeldkämpfer musste wegen Schmerzen im Rippenbereich schon kurz vor der Pause raus, eine genaue Diagnose wird es aber erst nach einer näheren Untersuchung am Montag geben. Trotz der großen Freude und Erleichterung über den ersten Heimsieg seit dem 22. September 2015 (2:1 gegen Werder) bricht am „Bölle“ keine überschwängliche Euphorie aus. Nicht nur Trainer Dirk Schuster mahnt, auch die Spieler warnen vor Nachlässigkeiten.

Zu Recht. Einer der Hauptgründe für die gute Ausgangsposition liegt darin, dass es die Profis der 98er individuell und als Kollektiv häufiger als viele andere Klubs schaffen, an ihr Leistungsmaximum heranzukommen. Während andere Teams aufgrund ihrer individuellen Klasse den Platz auch mal als Sieger verlassen können, wenn sie einige Prozentpunkte weniger Leistung abrufen, ist Darmstadt dann nicht mehr konkurrenzfähig. „Der Dreier tut uns sehr gut, aber ich warne davor, dass die 35 Punkte schon irgendetwas aussagen könnten. Wer die Ergebnisse und die Tabelle gesehen hat, weiß, dass alles sehr trügerisch ist und alle sehr eng beieinander stehen“, tritt Schuster auf die Euphoriebremse und betont: „Wir sind sehr gut beraten, wenn wir die kommenden Spiele in dieser Form angehen. Eines weiß ich definitiv: 35 Punkte werden nicht zum Klassenerhalt reichen.“ Einen Sieg wird Darmstadt wohl noch benötigen, um in der nächsten Saison weitere Fußspuren in der 1. Liga zu hinterlassen.

 
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